100 Jahre Hightech
Die Erfindung des Synthesekautschuks
„Gummi: klar. Reifen, Dichtungen, Schuhsohlen, Gartenschlauch...“ Sehr gut! Noch mehr? Tja: Die allermeisten werden hier wohl etwas ins Nachdenken kommen. Kein Wunder: Bei der Frage nach der Rolle des Werkstoffs Gummi in unserer Welt heben selbst Profis schnell die Arme. Denn: Die genaue Anzahl der Dinge, die diesem extrem vielseitigen Material ihre Existenz verdanken, kennt niemand. Garantiert. Bungee-Seil und Motorlager, Dichtungsring und Luftballon, Fallschutzmatte und Druckwalze – wer bewusst mit einem Block durch seinen Alltag geht, um Gummiprodukte zu sammeln, der dürfte den Bleistift schnell wieder zur Seite legen: Fast ist es leichter, Dinge aufzuschreiben, die ohne Gummi auskommen als umgekehrt. Denn fast überall, wo Kräfte übertragen oder gedämpft und Flüssigkeiten transportiert oder Behälter abgedichtet werden müssen, verlässt sich die Technik heute auf diesen elastischen Werkstoff.
Selbstverständlich ist das nicht. Und überhaupt: Den einen elastischen Werkstoff Gummi gibt es schon mal gar nicht. Gerade, wenn Gummi unter Extrembedingungen seine Arbeit verrichten muss, setzen Ingenieure heute auf Hochleistungskautschuke: Auf Spezialwerkstoffe, die mit dem klebrigen Naturstoff, aus dem schon Maya und Azteken Bälle und Behälter formten, so wenig zu tun haben wie ein Sportwagen mit einem Handkarren. Auf Spezialwerkstoffe, die wir nur deshalb kennen, weil vor 100 Jahren jemand eine richtig gute Idee hatte.


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