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Auf der Suche nach Lösungen gegen den Wasserstress

In vielen Regionen der Welt ist sauberes Trinkwasser knapp. Wenn der Wasserverbrauch die erneuerbaren Ressourcen um 40 Prozent übersteigt, dann sprechen Experten von extremen Wasserstress. Derzeit leben rund 2,5 Milliarden Menschen unter Wasserstress. Bis 2025 wird es mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung sein, so Schätzungen. Wie können wir diesen Herausforderungen begegnen? Welche Lösungsansätze gibt es? Zur Diskussion dieser Fragen hat LANXESS Vertreter aus Politik, Wissenschaft Umweltorganisationen und Unternehmen zu einem Roundtable-Gespräch eingeladen.

Große Wasserverbraucher – eine globale Herausforderung

_TME6528_webDie drei Hauptverbraucher von Wasser weltweit sind die Industrie, die Landwirtschaft und die Verbraucher. Dabei gibt es weltweit Unterschiede: In den industrialisierten Regionen ist der Wasserverbrauch höher als der der Landwirtschaft. In den Agrarländern ist das Verhältnis umgekehrt.

In der Landwirtschaft werden große Wassermengen zur Bewässerung der Äcker einsetzt, um Nahrungsmittel anzubauen. Darüber hinaus belasten Düngemittel die Wasserqualität, wenn sie übermäßig eingesetzt werden.
Auch das Konsumverhalten der Verbraucher trägt zum Wasserverbrauch bei. So ist die Fleischherstellung wesentlich wasserintensiver als der Anbau pflanzlicher Lebensmittel. Um ein Kilogramm Rindfleisch zu erzeugen, sind 15.500 Liter Wasser notwendig. Für ein Kilogramm Getreide sind es immerhin noch 1300 Liter. Dies hat das UNESCO-IHE Institute for Water Education errechnet. Experten nennen dies „virtuelles Wasser“. Auch durch die Einfuhr von Obst und Gemüse aus fernen Ländern wird Wasser importiert.

Zu den großen Wasserverbrauchen zählt auch die Industrie. In vielen Bereichen hat schon ein Umdenken stattgefunden, jedoch nicht überall auf der Welt. So werden bereits Wasserkreisläufe geschlossen und verschmutzte Wasser gereinigt. Moderne Wasseraufbereitungstechnologien ermöglichen dies.

Integrierte Perspektive nötig

Um der Problematik Wasserstress entgegenzutreten, präferierten die Experten einen übergreifenden ganzheitlichen Lösungsansatz. Dabei werden alle Nutzer der Ressource Wasser in einem Wassereinzugsgebiet, die Konsequenzen der durchgesetzten Maßnahmen sowie der Faktor Zeit betrachtet. Das International Water Stewardship Programme der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit wurde als beispielhaft für einen vielversprechenden Ansatz genannt. Water Stewardship bedeutet, dass alle Wassernutzer Verantwortung für ihren jeweiligen Einfluss auf die gemeinsam genutzte Ressource übernehmen und für ein nachhaltiges Wirtschaften zusammenarbeiten. Das Konzept geht davon aus, dass Wasserproblematiken nicht von einzelnen Akteuren gelöst, sondern nur im abgestimmten, gemeinsamen Handeln bewältigt werden können.

Aufforderung, aktiv zu werden

_TME6611_webDie Teilnehmer betrachteten gesetzliche Regulierungsmaßnahmen der Politik zunächst als einschränkend für Unternehmen. Sie sahen jedoch, dass Regulierungen auch ein Potenzial für Innovationen auf dem Gebiet der Technologie in sich bergen. Darüber hinaus appellierten die Experten an den Kapitalmarkt, das Kriterium Wasser stärker als bisher in die Bewertung von Anlagestrategien einzubeziehen.
Auf dem Gebiet der Landwirtschaft könnte unter anderem die Einführung intelligenter Bewässerungssysteme, wie sie bereits heute in Israel eingesetzt werden, eine geeignete Maßnahme gegen Wasserstress sein. Auch könnte der Export von wasserintensiven Produkten aus wasserreichen in wasserarme Region ein Teil der Lösung sein. Darüber hinaus wurde eine Bepreisung von Wasser diskutiert.

Die Industrie forderten die Teilnehmer auf, neue Technologien, wie etwa Kreislauftechnologien, zu entwickeln und einzusetzen.
Jean-Marc Vesselle, Leiter des LANXESS Geschäftsbereichs Liquid Purification Technologies, bezeichnete Wasseraufbereitungstechnologien als Nachfrage getrieben. Weltweit steige das Bedürfnis nach Trinkwasseraufbereitung. „Unser Ziel ist es, Lösungsansätze zu vermitteln. Dabei stehe eine sinnvolle Kombination von Produkten im Mittelpunkt.“