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Wasser marsch!

Quelle der Innovation: Im ostdeutschen Bitterfeld arbeitet LANXESS daran, die globalen Wasserprobleme zu reduzieren. Hier werden hocheffiziente Produkte zur Wasserreinigung hergestellt: Membran-Filter – eine Hightech-Barriere gegen Salze und andere unerwünschte Stoffe im Wasser.

Schicht für Schicht Hightech

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Die kompakten, zylinderförmigen Membran-Filterelemente der Marke Lewabrane

Einen Meter lang und zehn oder 20 Zentimeter im Durchmesser: Die kompakten, zylinderförmigen Membran-Filterelemente der Marke Lewabrane, die LANXESS von Bitterfeld aus an Kunden in aller Welt liefert, wirken äußerlich unscheinbar. Im Innern verbirgt sich jedoch eine ausgefeilte und hochkomplexe Technologie. Sie basiert auf dem Prinzip der Umkehrosmose. Dieses Verfahren ermöglicht es, selbst allerkleinste Teilchen, beispielsweise einzelne Salzmoleküle und Ionen, aus Wasser zu entfernen. Strömt das Wasser durch die Membran, bleiben unerwünschte Stoffe an der selektiven Trennwand „hängen“.

Die Umkehrosmose-Elemente bestehen aus einer dreilagigen Komposit-Struktur, die in mehreren Produktionsschritten hergestellt wird. Ein hauchdünner Polyamidfilm von nur 0,1 Mikrometer Dicke bildet die aktive Trennschicht der Membran, die das Salz vom Wasser separiert. Für den fertigen Filter werden bis zu 28 Membran-Lagen zu einem spiralförmigen Element von einem Meter Länge aufgewickelt. In der Produktion legt LANXESS höchsten Wert auf Qualitätssicherung. Alle Lewabrane-Produkte, die das Werk in Bitterfeld verlassen, werden zuvor nach international anerkannten Standards kontrolliert und getestet.

Umkehrosmose und Ionenaustausch: gemeinsam stark

I_fc0f92f93e[1]Die Einsatzmöglichkeiten für Umkehrosmose-Membranen in der Wasseraufbereitung sind vielfältig. Zu den Hauptanwendungen gehören die Entsalzung von Brackwasser, um es als Kesselspeisewasser für Kraftwerke einzusetzen, und die Gewinnung von hochreinem Wasser für die Industrie. Vor allem bei der Herstellung von Mikrochips ist eine wirkungsvolle Demineralisierung und Partikelentfernung erforderlich. Für bestimmte Anwendungen kann es sinnvoll sein, die Umkehrosmose mit der Ionenaustauscher-Technologie zu koppeln. Alan Sharpe, Projektleiter bei LANXESS Business Unit Liquid Purification Technologies, erläutert: „Die Kombination beider Technologien sorgt dafür, dass Effizienz und Ökonomie Hand in Hand gehen. Die Membranelemente ergeben ein stabiles Permeat mit geringerem Salzgehalt, um die Salzfracht in nachgeschalteten Ionenaustausch-Prozessen zu minimieren und damit ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis zu erzielen.“

Zukunftstechnologie, made in Bitterfeld

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LANXESS in Bitterfeld

Die Membran-Filtrationstechnologie ist in der Lage, unerwünschte Stoffe, Kleinstpartikel und Salze aus dem Wasser zu entfernen; selbst Unkrautvernichtungsmittel, Viren und Bakterien lassen die Membranen nicht durch. Das ist für industrielle Anwendungen interessant, eröffnet aber vor allem auch neue Perspektiven für eine effektive Trinkwassergewinnung. So sollen Lewabrane-Produkte künftig auch eingesetzt werden, um Meerwasser genießbar zu machen.

Nachhaltiges Bekenntnis zum Standort Bitterfeld

LANXESS engagiert sich bereits seit Jahren mit verschiedenen Produkten und Technologien im Bereich Wasserreinigung und zählt unter anderem zu den führenden Anbietern von Ionenaustauschern. Seit dem Einstieg in die Umkehrosmose-Membrantechnologie ist der Spezialchemie-Konzern ein Komplettanbieter in Sachen Wasseraufbereitung, nicht zuletzt um weitere profitable Geschäftsfelder zu erschließen. Allein das Volumen für den globalen Membranmarkt wird derzeit auf rund eine Milliarde Euro jährlich geschätzt – Tendenz steigend.

Neuer Name, neue Kompetenzen

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LANXESS bietet Umkehrosmose-Membranelemente an

Beim Ionenaustauscher-Geschäft verfügt LANXESS über ausgewiesene Kompetenz. Die Produkte aus dem Sortiment Lewatit sind seit mehr als 70 Jahren am Markt und stehen für qualitativ hochwertige Ionenaustauscher-Harze, Adsorber und Funktionspolymere. Mit dem Einstieg in die Membrantechnologie hat sich der LANXESS Geschäftsbereich Ion Exchange Resins zu einem Komplettanbieter für die Aufbereitung von Wasser und anderen Flüssigmedien weiterentwickelt. Um diese Portfolioerweiterung zu verdeutlichen und auch in der Außendarstellung die entsprechende Kompetenz zu, unterstreichen, hat LANXESS diesen Geschäftsbereich konsequenterweise umbenannt: Seit April 2013 steht der Name Liquid Purification Technologies für Spitzenleistungen in beiden Bereichen – Ionenaustauscher-Harze und Umkehrosmose-Membranelemente.

Der Name ist Programm

RO-Verpackung1In Bitterfeld verfügt der Geschäftsbereich bereits über eine starke Basis und eine gute Infrastruktur – beste Voraussetzungen, um die Position im globalen Wachstumsmarkt der Wasseraufbereitungstechnologien weiter zu verbessern: Hier steht die größte und weltweit modernste Anlage für die sogenannte monodisperse Ionenaustauscher-Technologie. Sie produziert jährlich rund 30.000 Tonnen Ionenaustauscher-Harze der Marke Lewatit. Die weniger als einen Millimeter kleinen Kunststoff-Kügelchen besitzen die Fähigkeit, bestimmte Ionen – kleinste, elektrisch geladene Teilchen – aus Lösungen zu binden und durch unbedenkliche zu ersetzen. So schaffen sie es unter anderem, Wasser von Mineralien und organischen Schadstoffen zu befreien. Bei der Herstellung von Reinstwasser etwa für die Mikrochip- und Halbleiterindustrie ist dieser Prozess soweit perfektioniert, dass am Ende tatsächlich H2O – also Wasser, wie es im Chemiebuch steht – herauskommt. Auch im Alltag leisten die kleinen Perlen große Dienste, zum Beispiel als Wasserenthärter in der Geschirrspülmaschine oder in Wasserfiltern zur Entkarbonisierung und Entfernung von Schwermetallen.

 

Engagement für sauberes Wasser

III_4_Bitterfeld[1]Unternehmerische Verantwortung, das bedeutet für LANXESS auch Verantwortung für das „blaue Gold“. Mit dem Einstieg in die Membrantechnologie ist bereits ein wichtiger Schritt in die Zukunft der Wasseraufbereitung gemacht – und LANXESS denkt bereits weiter. Um möglichst effektive und wirtschaftliche Technologien für die Wasser- und Abwasserbehandlung zur Verfügung zu stellen, hat der Spezialchemie-Konzern in der Region ein intensives Forschungs- und Entwicklungsprogramm etabliert. Unter anderem bestehen Kooperationen mit dem Leibniz-Institut in Dresden, drei Fraunhofer-Instituten in Magdeburg und Halle sowie der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg. Mit seinem konsequenten Engagement in Bitterfeld tritt LANXESS den Beweis an: Die chemische Industrie zählt nicht nur zu den großen Wasserverbrauchern; sie trägt mit ihren Produkten und Verfahren auch maßgeblich dazu bei, den Zugang zu der lebenswichtigen Ressource sicherzustellen.